Lange vernachlässigt, jetzt ein Sehnsuchtsort

Einer der attraktivsten Ort in Linz, direkt an der Donau, wurde Jahrzehnte lang als Parkfläche für 1.200 Pendler genutzt. Lediglich zwei mal im Jahr wurde der Parkplatz für den Urfahraner Jahrmarkt geräumt. Eine Parkverbot wurde lange von den Linzern gefordert und nach jahrelangen Diskussionen letztlich 2017 von der Stadt beschlossen. Seit dem liegt dieses Areal brach und wartet auf eine Neukonzeption. 

Wirtschaftliche, gesellschaftliche und umweltbezogene Veränderungen werden sich auf

das Verhältnis von Architektur, Städtebau und Wasser auswirken, daher untersuchen derzeit zahlreiche Städte Europas mit inspirierenden und visionären Projekten, welche raumplanerischen und städtebaulichen Möglichkeiten, nichtgenutzte Areale an den Flußufern bieten können. 

 

In Linz gibt es ein solches Areal, als Brache, mitten in der Stadt, das „Urfahraner Jahrmarktgelände!“

 

Die Möglichkeit das Areal des Urfahraner Jahrmarktgeländes neu zu denken, bietet eine einmalige Chance für die Entwicklung dieses Freiraums, mitten im Zentrum von Linz. Die vorliegende Konzeptstudie ist ein Beispiel dafür, um diesen isolierten Stadtraum wiederzubeleben, in eine neue Art von sozialer Infrastruktur, in der sich vielfältige Möglichkeiten entwickeln können!

Manchmal genügt schon die Vorstellung einer Insel; die Gedanken eilen voraus, denn es gibt viel zu entdecken...

…die einen sind reif für die Insel, die anderen glauben, zumindest mal wieder einen Tapetenwechsel zu brauchen. So heißt es wenigstens, wenn die Arbeit mal wieder nervt, diesige Sicht und aggressive Mitmenschen nur noch an Flucht denken lassen…

Das Areal des Urfahraner Jahrmarktes tritt derzeit als Nicht-Ort mitten im Zentrum von Linz in Erscheinung. Es besteht nun die einmalige Chance dieses Gebiet in seiner Attraktivität zu heben und die fehlende Identifikation mit diesem Ort zu lösen. 
Somit verstehen wir die vorgelegte Idee der „INSEL“ als einen ersten und konkreten Ansatz.

Der nun gefasste Freiraum im Herzen der Stadt, umspült von der Donau, gibt diesem neu definierten Ort eine unverwechselbare Adresse und schafft so eine gesicherte Grundlage für weitere Konkretisierungen. Durch das Zusammenspiel positiver Einflussfaktoren wird die neu gefasste Uferzone der Donau, als einer der prominentesten Orte von Linz, nachhaltig belebt und zu einem attraktiven Ort für die Bewohner und Touristen. 

…der feste Umriss und die klare Begrenzung durch das Ufer zeichnet eine Insel aus, vermittelt die Ruhe. Das Wasser ringsum schafft die Trennwirkung, die die Alltagssorgen aussperrt…

Das neu definierte Donauufer lebt von unterschiedlichen Sequenzen und Raumqualitäten. An der weichen Kante im rückwärtigen Bereich der Insel findet man Flachwasserbereiche mit Sandstränden sowie einen Abenteuerspielplatz direkt am Ufer. Die „harte Kante“ an der Donau ist geprägt von einer Abfolge unterschiedlicher öffentlicher Plätze und Orientierungspunkten. Eine urbane, öffentliche und lebendige, atmosphärische Uferzone entsteht, die selbst zur Architektur wird und vielfältig bespielt aber auch besetzt werden kann. Unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten eröffnen sich dem Menschen, Freitreppen führen bis an das Wassers, Sitzterrassen orientieren den Freiraum zum Flussufer, um zum Beispiel auch als Bühne genutzt werden zu können. 

Die Mitte der Insel hingegen bleibt frei und kann als temporäre Aneignungsfläche angesehen werden. An den Randbereichen bilden hochstämmige Bäume lichte Schattenplätze unter Blätterdächern. Im allgemeinen wird mit der Baumbepflanzung jedoch sparsam umgegangen, wodurch eine ungezwungen bespielbare und frei definierbare Landschaft entsteht. Die Blickbeziehungen zu den Flachwasserbereichen und zur Donau hin bleiben offen.

Und falls sie Fragen: Ja, der Urfahranermarkt bleibt bestehen!

© 2020 Architekturkollektiv G.U.T