Vom Altarm zum

grünen Band

Aufgabenstellung

Am Beginn des Nachdenkens über diese brachliegende Fläche, stand die Idee „Eine Insel für Linz“ zu schaffen, im Vordergrund. Unabhängig einer formal-gestalterischen Ausformulierung definierte diese Projektstudie ein neues urbanes Ziel, um das nördliche Donauufer in das städtische Angebot von Linz einzubinden.  

 

Das Sinnbild und die Metapher von einer Insel half dabei, uns von scheinbar vorhandenen Zwängen zu lösen.

Ziel dieser Umsetzungsstrategie ist es, diese brachliegende Fläche in eine städtische Oase, in einen öffentlichen Campus, als ein neues Herzstück von Linz zu entwickeln. Ein kreativer und vernetzter Ort, der das öffentliche Leben verbessert, damit Menschen zusammenkommen, den Raum bespielen und ihn nutzen können.

 

Darum wurde die Idee des Flusslaufes (Altarm), in der weiteren Projektvertiefung und nach vielen Fachgesprächen, in ein grünes Band transformiert, um der Vielfalt an Ideen und Nutzungsszenarien mehr Raum geben zu können! 

Das Areal des Urfahraner Jahrmarktgeländes bietet mit seiner guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr eine einmalige Möglichkeit für die zukünftige, urbane Entwicklung und deutet darauf hin, dass dieses Areal einer der lebendigsten Flußstandorte von Linz sein könnte. 

Wenn es einen Ort entlang der Donau gibt, wo die Möglichkeit besteht, eine intensive, urbane Entwicklung zu generieren, dann hier.

ZIEL

Um dieses Potential in Zukunft zu stärken, schlagen wir einen freien Platz mit urbanem Charakter vor, welcher die Beziehung von Ort, Platz, Ufer und Donau vielfältig thematisiert. Die Entwicklung dieses Gebietes soll sich dabei aber nicht nur auf das Einfügen von zusätzlichen Programmen konzentrieren, sondern auch die Schaffung eines lebenswerten, städtischen Mikroklimas beinhalten, Überhitzungen minimieren und auf ein mögliches Hochwasser mit geeigneten Nutzungsszenarien reagieren können.

Dieser Ort soll sich das Donauufer wieder zurückerobern, nicht nur für die in Linz lebenden Menschen, sondern auch für diejenigen, die Linz besuchen.

MASTERPLAN UND STRUKTUR

Trotz Notwendigkeit nach Verdichtung in Städten und der wachsenden Nachfrage von Wohnraum in Linz, sind wir der Meinung, dass auf diesem Areal nach einer anderen Form der Identität gesucht werden muss. 

Lebendige Freizeiteinrichtungen, eine Zone mit kleiner Gastronomie, Cafe`s, Märkte, Street Food, Urfahraner Ufern, etc… Somit ist gewährleistet, dass über die Tag-und Nachtnutzung für städtische Aktivität gesorgt wird und sich temporäre und permanente Nutzungen miteinander verbinden. Dadurch kann die gesamte Fläche funktional bespielt werden, damit sich dieser „Donauraum“ tatsächlich zu einem lebendigen Areal entwickeln kann. Gerade über die mit vielfältigen Funktionen gefüllten Ränder wird hier das gewünschte städtische Klima erzeugt. 

Der Masterplan gliedert sich in eine Serie von Zonierungen (weiche Kante, harte Kante, freie Mitte), die das Gelände mit dem Donauufer verbindet und den Erwartungen an ein neues Areal von Linz, einer nutzungsoffenen, urbanen Freifläche entspricht.

„Eine innerstädtische Infrastruktur, ein funktional gegliederter Stadtpark, ein urbaner Ort an der Donau!“ 

Masterplan und 

Struktur

VON DER INSEL ZUM BAND

Die Ränder, gefüllt mit vielfältigen Funktionen und Attraktoren, schaffen einen klaren Umriss und definieren das neu gewonnene Gebiet als “Insel”.

Das Band gliedert das Areal in einen vorderen und hinteren Bereich, eine weiche und eine harte Kante. Beide Bereiche weisen jeweils unterschiedliche Atmosphären und Funktionen auf. Die Promenade entlang des Ufers ist urban, aktiv und kommunikativ. Das grüne Rückgrat ist hingegen eher entschleunigt, sanft und ruhig.  Eine zusammenhängende Laufstrecke mit genau 1.000m und mehreren Motorikstationen könnte entlang dieses Bands verlaufen und die unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten durchqueren.

FREIE MITTE

Das Areal innerhalb bleibt frei und dient als Eventfläche welche über das gesamte Jahr mit unterschiedlichsten Veranstaltungen bespielt wird. Dennoch findet hier ebenfalls eine Zonierung statt, um Rücksicht auf die bestehende Nachbarschaft zu nehmen.

BADEBUCHT

Am Ende der Insel wird eine linsenförmige Bucht ausgebildet, welche eine beruhigte Bademöglichkeit mit Flachwasserzone an der Donau schafft.

VERKNÜPFUNG MIT DEM UMFELD

Das Areal ist optimal an das Umfeld angebunden. Die, in einem Wettbewerb bereits geplante Fuß-und Radbrücke, gilt hierbei als “Missing Link” und würde die beiden gegenüberliegenden Donauräume miteinander verbinden und somit beide Bereiche zusätzlich aufwerten.

Die freie Mitte und

ihre Ränder

Die freie Mitte

Szenario Urfahraner Jahrmarkt 

Der Urfahraner Jahrmarkt, als wichtige Linzer Attraktion, wird in der aktuellen Anordnung weiterhin bestehen bleiben und findet auf der freien Mitte ausreichend Platz.

Das neu gestaltete grüne Rückgrat wirkt einerseits als Tor zum Urfahraner Jahrmarkt und als Filter zur Nachbarschaft, sowie andererseits auch als Rückzugsoase vom Trubel.

Szenario Winter

Im Winter kann die Fläche für einen großen Urfahraner Weihnachtsmarkt aktiviert werden. Zusätzlich finden Wintersportaktivitäten wie Eislaufen oder Eisstockschießen auf dieser Fläche Platz. Abgerundet wird das Angebot durch eine große Eisskulpurhalle für die ganze Familie.

Szenario Sommer

Die freie Mitte dient im Sommer als Aneignungsfläche für unterschiedlichste Veranstaltungen. Vom Streetfoodfestival, über Konzerte und Public Viewings bis hin zu Zirkusveranstaltungen und anderen öffentlichen Events.

Die Ränder

AUSGANGSLAGE

Kein Zugang zur Donau Uferzonen sind nicht gestaltet

SITZSTUFEN MIT STEGEN UND TERRASSEN

Der Zugang zur Donau wird über die Uferzonen mit Sitzstufen und Stegen ermöglicht.

LEBENDIGE UFERZONE MIT AUFBAUTEN FÜR GASTRO, ETC.

BADEBUCHT

Flachwasserzonen laden zum Verweilen, zum Picknick ein. Während die Eltern in der Wiese liegen können die Kinder im Wasser spielen.

© 2020 Architekturkollektiv G.U.T